Auf der Bühne: Fräulein Pugh + Band

Nach langen Jahren der Abwesenheit hatte die Mumie (… geheimnisvolles Raunen im Publikum …) sich mal wieder verleiten lassen, an den Ort ihrer größten Erfolge, auf die Erde ins Eschborn K, zurückzukehren.

Denn ihre Ur – Ur – Ur – Urenkel (derzeit im wildesten Jugendalter, oder leicht darüber, zumindest die im Publikum anwesenden) wollten verstehen, was „gute Musik“ bedeutet und warum ihre Ur- Ur- Ur- Urgroßmutter schon in jungen Jahren so eine Größe im Spacejazz werden konnte. Und so spielte sie – gestärkt durch fünf Whiskeys und eine unendliche qualmende Havanna – wie in einer Zeitreise rückwärts ihre Lieder aus der guten alten Zeit, begleitet von ihren fünf intergalaktischen Musikfreunden (… huiiiiihhhh – aufmerkendes Staunen im Publikum …), Lieder voller Poesie, die sich aber nie gefühlsdusselig in bestens bekannte Schemen einschleimten.

Ständig sich ändernde Rhythmen statt tradierter „Jazzalgorithmen“. Und Klangströme – mal mäandernd, mal pulsierend, mal geschmeidig, mal irritierend … Die Soli! – musikalische Spiel-, Gestaltungs- und Erfindungskunst vom Feinsten … Klänge, wie sie auf der Erde noch nie dagewesen zu sein scheinen – ein extraterrestrisches Klanghappening (… Applaus, Applaus, Applaus vom Publikum …). Nach zwei Stunden musste sie wieder verschwinden. Das All ruft, und: ihr Ruf verpflichtet! … Ob ihre Ur- Ur- Ur- Urenkel verstanden haben?

Heiner Geerlings