Auf der Bühne: Giovanni Gulino’s West-Coast-Jazz Quartett

Giovanni Gulino’s West-Coast-Jazz Quartett ist eine Jazzformation in einer nicht so häufig anzutreffenden Besetzung, nämlich ohne klassisches Harmonieinstrument. Ganz in der Tradition von Gerry Mulligans klavierlosen Quartetten verwoben die Musiker Melodielinien zu einem ganz eigenen transparenten Sound. Dabei kam Markus Allhenn am Kontrabass die Aufgabe zu, mit dichten Basslinien die harmonischen Zusammenhänge klarzustellen. Das federnde Schlagzeugspiel von Giovanni Gulino legte den rhythmischen Rahmen, in dem sich die beiden Solisten Frank Wallert (wechselnd an Trompete und Flügelhorn) und Peter Klohmann (Baritonsaxophon) mit unglaublicher Spielfreude die Melodielinien fast schon zuwarfen.

Wie Giovanni Gulino in seinen kurzweiligen Ansagen verriet, lernte er als Teenager in Sizilien die Musik Gerry Mulligans kennen – zu einer Zeit, in der eigentlich die Beatles und Stones das Terrain beherrschten. Fasziniert vom ganz eigenen Sound und der harmonischen Vielschichtigkeit dieser Musik war er infiziert, obwohl ihm, wie er launig meinte, damals noch die Geheimnisse des Jazz verborgen blieben. Nun, dass sich bei ihm seit dieser Zeit etwas grundlegend geändert hat, machte der Abend im Eschborn K klar!

Bei der anschließenden Session betraten wieder viele alte Bekannte, aber auch einige neue Gesichter die Bühne. Wie üblich beschloss den Abend die Openerband, hier mit Gerry Mulligans fulminanten up-tempo Stück „Five Brothers“. Neben seinen Mitmusikern hatte Giovanni Gulino jetzt die Gelegenheit, mit einem Schlagzeugsolo nicht nur sein musikalisches Können, sondern auch unbändige Spielfreude unter Beweis zu stellen. Das Publikum war begeistert …

Friedrich Wächtershäuser

Die Bilder sind – wie fast immer – von Harald Stuckmann, der sehr gerne Jazz, aber durchaus auch anderes fotografiert. Siehe: www.harald-stuckmann.de