Auf der Bühne:
Santa Claus is coming to town

Samstag, fünfzehnter Dezember, neunzehn Uhr dreißig; nur vier Stühle waren noch frei im Eschborn-K. Aber Sie hätten sich dort nicht hinsetzen müssen; an der Bartheke hätten Sie sich einen Hocker nehmen und sofort ein Gespräch mit den Ehrenamtlichen hinter dem Tresen beim Wein- und Bierausschank beginnen können. Und wenn Sie bereits zum zweiten Mal im Eschborn-K  waren, hätte man Sie dort mit Handschlag begrüßt.

Dass Abende des Formats Live&Jam im Eschborn K eine sehr persönliche, anspruchsvolle Note haben, verdanken sie der Initiative ehrenamtlicher Helfer, die, dank fundierter Kenntnis der Jazzszene, Bands mit einem beeindruckenden Repertoire für den jeweiligen Abend engagieren, am Mischpult für einen ausgewogenen Sound sorgen, die Raumausstattung für die Veranstaltung herrichten, die Gästebewirtung organisieren, die Werbung für den Auftritt der Künstler über eigene Medien betreiben, …

So konnten wir Gäste am Samstag einen ganz besonderen Abend genießen. Die vier Sängerinnen des Ensembles feelHARMONY“ (Claudia Renger-Molitor, Tabea Thalheimer, Corinna Herbert, Petra Wiemer aus dem Main-Kinzigkreis) hatten vom ersten Takt an ihr Publikum durch ihr stimmliches Können und ihre ganz besondere Bühnenpräsenz eingefangen.  Obwohl es ja von der Art der Darbietung, auch dank der in Begleitung von Sängern erprobten Rhythmusgruppe (Gudrun Lang-Eurisch(b), Ekkard Pfau(dr), Heiner Geerlings(p), Oliver Stuckard(tr), Jazz war, kam bei dem Opener „ Santa Claus is Coming to Town“ unmittelbar Weihnachtsstimmung auf. Und über die Nachbartische hinweg hörte man die Frage, ob der Nachbar denn schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen habe. Die weiteren Darbietungen der vier Damen und ihrer Rhythmusgruppe waren abwechslungs- und variantenreich, mal im vierstimmigen Satz, mal im Duett oder solistisch, mal a capella und immer mit einer Ausstrahlung von Freude  am rhythmischen Gesang vorgetragen –  alles live“.

Das „& Jam“ folgte dann mit freiem Improvisieren der mit Instrumenten ausgestatteten Gäste, sodass es auch noch spät wurde an diesem Abend, ein Vorteil des Wochentags Samstag, bei dem man nicht auf die Uhr schauen muss.

Bei der Heimfahrt hatte ich noch im Ohr den Vierklang der Gäste aus dem Main-Taunuskreis: „Have yourself a merry little Christmas“.

Das sagt Euch Euer Gerd Bauer