Auf der Bühne: Das Ivan Habernal Quartett

Am letzten Sonntag stand die Februar-Jazzsession im Eschborn K an. Dazu hatten wir das Ivan Habernal Quartett als Opener eingeladen.

Die von dem Bassisten Ivan Habernal gegründete Band besteht seit zwei Jahren aus Musikern, die zu den besten der Frankfurter Jazzszene gehören. Diese Instrumentalisten zeichnet nicht nur großes Können und rege Spielfreude aus, sondern es haben sich hier Ausnahmetalente zusammengefunden, die jedes Publikum im Nu in ihren Bann ziehen. Das war an diesem Abend im Eschborn K nicht anders, wie wir auch sonst ein stetig wachsendes Interesse an den Jazzveranstaltungen feststellen. Das macht Mut, und bestätigt uns auf unserem Weg.

Der Schlagzeuger Martin Standke überzeugte mit Präzision und Leichtigkeit  im perfekten Zusammenspiel mit Ivan Habernal, der am Kontrabass sowie am E-Bass das Fundament legte. Am Piano war mit Andrey Shabashev ein Nachwuchstalent der Extraklasse zu bewundern. Der Altsaxophon spielende Olli Naumann brachte mit seinem facettenreichen Spiel dann den Baum endgültig zum Brennen.

Das alles blieb nicht ohne Wirkung auf die anschließende Session. Die angereisten Musiker, und davon waren reichlich gekommen, gaben allesamt ihr Bestes, was zu einer fulminanten Session führte. Als kleines Highlight entpuppte sich später die aus Paris angereiste Jazzsängerin Kristiana Roemer. Wir hätten gerne mehr von ihr gehört, vielleicht kommt sie ja mal für ein eigenes Konzert?

Es bleibt wie immer spannend.

Steffen Weber plays Lennie Tristano

Mit Lennie Tristano stand nach Wes Montgomery ein weiterer Komponist im Mittelpunkt unseres Openers für die Jamsession.

Die komplexen Kompositionen Tristanos ließen einen anstrengenden Abend befürchten, aber: Nada! Nichts davon war zu spüren dank Steffen Weber, der auch als Arrangeur seine Hände an die Stücke gelegt hatte und jetzt mit seinem Quartett diese Bearbeitungen in grandioser Leichtigkeit vorträgt. Die unisono von Gitarre (Bastian Ruppert) und Saxophon gespielten langen Melodien und Sololinien (alle Noten transkribiert) fließen sprudelnd und luftig in die Ohren der konzentrierten Zuhörer im Eschborn K.

Es ist immer wieder bemerkenswert, mit welch andachtsvoller Stille die Gäste im K gerade bei den leisen Passagen ihre Referenz gegenüber den Künstlern erweisen. Solche Atmosphäre macht Musik zu einem Hochgenuss. Während der Balladen konnte man Schneeflocken fallen hören, so zarte und feine Töne kamen von der Bühne.

Die besonders filigrane Arbeit der Rhythmusgruppe mit Arne Huber am Bass und Holger Nesweda am Schlagzeug lieferte dazu ein solides Fundament. Diese beiden waren es auch, welche die sich anschließende Jamsession begleiteten. Hier kamen alle angereisten Gastsolisten und das Publikum wieder voll auf ihre Kosten. Der Opener beflügelt die Sessionmusiker ja stets, ihr Bestes zu geben – sehr zum Wohlgefallen aller Gäste. Am Ende stieg auch Steffen Weber noch in die Session ein, es wurde eine große Familienfeier.

Nach fast drei Jahren Jamsession ist festzustellen, dass unsere musikalischen Gäste an Können zugelegt haben und sich ein familiärer Umgang eingestellt hat. Die im Vorfeld versandte Setliste hat ihre Bewährungsprobe auch bestanden. Das werden wir fortsetzen.

Auf der Bühne: Der Jazz-Weihnachtskrimi mit Alexandra Pugh + Band

Er hing dann doch nicht im Eschborn K, der St.Nick’laus – zumindest nicht körperlich. Aber die Atmosphäre war erheblich vorweihnachtlich getränkt, auch wegen des Vorglüh-Weins, der schon vor den Toren des K gereicht wurde. Die zweite adventliche Station war dann eine Nussknacker-Intelligenz-Test-Station im Foyer. Angeblich nicht für „alte Knacker“, letztendlich waren’s aber wie immer genau diese, die die Nuss knackten. Alter vor Ungestüm!

Richtig weihnachtlich wurde es musikalisch im Angesicht von Fräulein Pugh und ihrer Band (Jens Mackenthun – Guitar, Peter Crighton – Bass und Michael Frassiné – Drums). Klassiker wie Jingle-Bells oder Rudolph the Red-Nosed Reindeer klangen zwar tatsächlich eher wie die angekündigten Jazz-Standards denn als Weihnachtslieder, aber jeder erkannte dieses Liedgut sofort, welches auf einmal so frisch und unverbraucht tönte, dass es seit langem wieder mal eine Freude war, es zu hören. Ein absolutes Highlight war Was essen wir am Weihnachtstage – Ritter Rost feiert Weihnachten, ein leises, aber sehr stimmbetontes Lied mit nur filigraner Begleitung durch die drei fantastischen Instrumentalisten.

Zwischendurch gab es die Geschichte mit den dramatischen Entwicklungen um Manni, den verschwundenen Hennes, den Maroni-Mann Paolo Moriati und die Häkelkönigin, in Episoden geschrieben und vorgetragen ebenfalls vom Fräulein mit dem Hinweis, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen seien völlig zufällig. Glaubte ihr aber niemand.

Optisch und kulinarisch begleitet wurden die einzelnen Kapitel von einer Speisefolge mit den Gängen „Skalpierte Igel waren Zeuge“, „Hot Santa“, „Pomme de Frosty“ und Christstollen-Sushi“ – Leckereien, die auf der Zunge vergingen und in ihrer Originalität dauerhafte Eindrücke hinterlassen.

Auf der Bühne endete der Abend mit einem hausgemachten Schneesturm. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten Alexandra Pugh und ihre Band mit einem außergewöhnlich unterhaltsamen Weihnachtsprogramm die Herzen ihres Publikums im Sturm erobert.

Auf der Bühne: „Ves plays Wes“

Gute Jazz-Gitarristen sind eher rar, und wenn einer mit den musikalischen und technischen Qualitäten eines Veselin Popovs auftaucht, dann sollte man den nicht mehr aus den Augen lassen.

Zusammen mit Corinna Danzer, Saxophon, Jonas Lohse, Bass, und Giovanni Gulino an den Drums spielte Veselin in dem der Session vorausgehenden Set ausnahmslos Stücke des legendären Gitarristen Wes Montgomery, und das mit einer Hingabe und einer physischen Präsenz, die von ganz großer Klasse zeugt. Seine phänomenale Daumentechnik ließ bei geschlossenen Augen das Amerika der fünfziger Jahre wieder auferstehen, wo Wes Montgomery mit seinen melodiösen Läufen auf der Gitarre das Publikum verzauberte.

Viele Stücke des Abends „Ves plays Wes“ waren im übrigen von Giovanni Gulino neu arrangiert worden, teilweise mit interessanten Wechseln von Tempo und Takt innerhalb des treibenden Grooves, den er an den Drums vorlegte. Corinna Danzer und Jonas Lohse taten ein übriges, um einen großartigen Abend für Jazzfreunde wahr werden zu lassen.

Die anschließende Session war dieses Mal geprägt von den Bläsern, die – rhythmisch von zwei Gitarristen unterstützt – ein wahres Feuerwerk von solistischen und gemeinsamen Sätzen ablieferten, und dabei auch auf weniger geläufige Stücke zurückgriffen, was vom Publikum durchaus mit Wohlwollen bemerkt wurde. Alles in allem war dies ein sehr erfreulicher Abschluss der regulären Session-Konzert-Saison 2015.

Am 13. Dezember folgt der adventliche Höhepunkt in Form des Jazz-Weihnachtskrimis mit Alexandra Pugh und Band. Da würden wir gerne nicht nur alle Freunde von FaszinationMusik sehen, sondern auch deren Freunde und Freundesfreunde. Die Familienmitglieder sowieso.

Im neuen Jahr geht’s dann weiter am 31. Januar mit „Blauspan 33“. Alle weiteren Termine, so weit feststehend, auf der Seite Termine.

Auf der Bühne: Axel Schlosser Quartett

Lag es an den ersten herbstlich fallenden Blättern? An der Umstellung auf die Winterzeit? Oder an dem Namen, mit dem ein bisschen große weite Welt auf die regionale Bühne kommen sollte? Ziemlich sicher lag es an Axel Schlosser, der eben nicht nur Reputation der hr-Big Band mit nach Eschborn brachte, sondern vor allem höchst solide Kunst und Musikalität.

Jedenfalls: der Saal war voll!

Zu Axel Schlosser muss man nicht viel sagen. Außer, dass dieser Mann auch geschulten Jazz-Fans ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn er zur Trompete greift. Beinahe ebenso spektakulär sind seine Mitspieler, die mit ihm zusammen an diesem Abend das Quartett bildeten: Nico Hering am Piano, Bastian Weinig am Kontrabass und Julian Camargo an den Drums. Alles Musiker aus Mainz, die gegenwärtig im Umfeld von Axel Schlosser studieren und dabei so gut sind, dass es ihm wohl ein Herzenswunsch ist, diese bereits mehr als viel versprechenden Instrumentalisten auch öffentlich zu fördern und um sich zu haben. Es war ein echtes Vergnügen!

Die Session im Anschluss stockte zunächst. Der gestrenge Lehrer versprach beim ersten Stück kaum wahrnehmbare Tonartwechsel, und schon war das scheue Wild im Unterholz. Wenig später kam die Session trotzdem in Gang, nicht zuletzt weil – Damen an die Front – Ruth Freise und Eva Machui jeweils ordentlich vorlegten und alle anderen auf der Bühne einfach mitnahmen.

Auf der Bühne: Maria Kaulbarsch Quartett + Alexandra Pugh

 

Das war ein gelungener Start ins Herbstprogramm.

Mit Maria Kaulbarsch und ihrem Quartett (Winfried Rimbach-Sator – Piano, Eduardo Sabella – Kontrabass, Johannes Lüttgen – Schlagzeug) und unterstützt von Alexandra Pugh – Backing Vocals – haben wir am vergangenen Sonntag einen großartigen Auftritt der jungen Absolventen der Mainzer Musikhochschule (Uni) erlebt.

Als Session Opener waren sie ein Erlebnis für jeden, der das Vergnügen hatte dabei zu sein. Jazzige Eigenkompositionen mit deutschen Texten in dieser hohen Qualität bekommt man nicht überall  geboten. Man konnte eigentlich gar nicht genug davon hören, aber es war ja eine Session angesagt, und die angereisten Gastmusiker rutschten schon unruhig auf den Stühlen herum.

Auf der Sessionbühne gab es ein Wiedersehen mit alt bekannten Musikern, aber es waren auch neue Gesichter dabei. Darüber freuen wir uns natürlich und hoffen, dass wir diese häufiger bei FaszinationMusik sehen. Für die Zuschauer und Hörer war es wieder ein rundherum gelungener Abend, den das Maria Kaulbarsch Quartett mit einem kurzen Schluss-Set + einem Acappela-Stück von Alex Pugh solo beendete.

Man sieht sich wieder am 25.10., da kommt Axel Schlosser. Wir sind schon sehr gespannt.

Auf der Bühne: Corinna Danzer Trio mit Yuriy Sych

Mit Corinna Danzer und ihrem Trio (Drummer Giovanni Gulino und Bassist Jonas Lohse) ergänzt um den großartigen Pianisten Yuriy Sych waren die besten der Frankfurter Jazzszene am Start. Alles routinierte Musiker, die regelmäßig die Sessions im Jazzkeller Frankfurt eröffnen.

Als Gäste bei der sich anschließenden Jamsession waren wieder viele alte Bekannte dabei. Es hat sich inzwischen ein fester Kreis von Musikern eingestellt, der regelmäßig an unseren Sessions teilnimmt.  Es zeigten sich aber auch neue Gesichter, darüber freuen wir uns natürlich ganz besonders. Das Publikum war sehr konzentriert bei der Sache, dies macht es für die Musiker leichter und der Hörgenuss ist für alle größer. An dieser Stelle ein Dankeschön an unser Publikum.

Wir freuen uns auch über ein stetig wachsende Zuhörerschaft. Das ist eine Bestätigung für uns, offensichtlich sind wir auf einem guten Weg. Für das Herbstprogramm haben wir im übrigen weitere großartige Künstler verpflichten können.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Das für den 28.6.2015 geplante Open-Air müssen wir leider absagen, da uns die Stadt Eschborn keine geeignete Fläche (Park bzw. Wiese) zur Verfügung stellen kann.

Im nächste Jahr versuchen wir, einen konzertgeeigneten schönen Park dafür zu finden. Vielleicht schafft es die Stadtverwaltung bis dahin, eine Entscheidung zu treffen?

Auf der Bühne: Benjamin Kolloch Quartett

Eine Session zum Träumen …

Was war passiert? Am 26.4.2015 kam das Benjamin Kolloch Quartett auf die Bühne bei FaszinationMusik. Benjamin Kolloch ist Absolvent der Frankfurter Musikwerkstatt (FMW), einem unserer Kooperationspartner, und spielte mit seiner Band zunächst als Opener, anschließend aber auch selbst in einer Session, die neue Maßstäbe setzte.

Mit dabei im Introset waren der Schlagzeuger Johannes Langenbach, der Bassist Chris Rücker (ebenfalls Absolvent der FMW) und als Überraschung des Abends der Trompeter Sean Guptill. Dieser erwies sich bei der Session als Stimmungsmacher und outete sich neben seinem herausragenden Spiel mit der Trompete auch als versierter Sänger, der in vielen Genres zu Hause ist. So kam das Publikum im Verlauf der Session auch in den Genuss von Hip Hop Einlagen.

Auch die angereisten Sessionmusiker haben wacker mitgehalten. Auf der Bühne waren der Schlagzeuger Jörg Kiessling, Andreas Will am Bass, Oliver Stuckard an der Trompete, Pierre Schmidt am Saxophon, Wolfgang Nixdorf an der Gitarre sowie Eva Machui, die uns wieder mit Ihrer Stimme verzauberte.

Die nächste Session gibt’s am 31.5.2015. Da erwarten wir das Corinna Danzer Trio mit Yuri Sych als Gast am Piano.

Auf der Bühne: Quase Brasil

Rio in Eschborn? Ja, das geht mit Quase Brasil, die am 29. März im Eschborn K zu Gast waren. Das Musiker versetzten das Publikum an die Copacabana; so weit muss FaszinationMusik gehen!

Sängerin Nina Schellhase verzauberte das Publikum mit Ihrer klaren Stimme und der portugiesischen Sprache, es groovte an den Drums Giovanni Totò Gulino was das Zeug hielt, unterstützt von Timothy Roth am Bass (der zum zweiten mal bei uns zu Gast war). Die Stücke stammen alle aus der Feder von Christoph Aupperle, der auch am Vibraphon stand (nicht mit einem Gartengrill zu verwechseln). Und das Ganze wurde durch die Gitarre von Julian Keßler zum Leuchten gebracht. Nach einer kurzen Pause kam dann noch die Sängerin Marjorie Jiménez Ronzino auf die Bühne, die so an dem Abend einen weiteren Glanzpunkt setzte. Leider wird sie demnächst in ihre Heimat Dominikanische Republik zurückkehren. Wir hätten sie gerne hier behalten …

Den Opener für die Session machte wieder Heiner Geerlings am Piano und Gesang mit der Stimme von Claudia Kalapos mit einem Hit von Caro Emerald „A night like this“  sowie zwei Bossastücken (Black Orpheus und Besame mucho). Beide brachten außerdem eine Uraufführung zu Gehör: die Eigenkomposition “Just because of you“ von Heiner Geerlings.

Die weitere Session war geprägt von hervorragenden Vokalisten. Zu nennen sind: Ruth Freise aus Kronberg. Eva Machui aus Frankfurt und Mister Berry Blue „himself“. Abgerundet wurde der sehr schöne Sonntagabend von mehreren spielfreudigen Solisten.

Auf der Bühne: Juliane Schaper Quartett

FaszinationMusik im Eschborn K ist immer neu und immer anders. Diesmal fiel der letzte Sonntag im Monat auf den 1.März, eben weil der Februar leider etwas kurz ist. Zur Sache:

Das Juliane Schaper Quartett machte den Anfang mit „Come fly with me“, es folgten eine jazzige Fassung von „These Boots are made for Walking“ und  „Leaving on a Jetplane“ sowie ein ergreifendes „Everything must change“ und weitere bewährte Standards, bei denen die ausdrucksvolle Stimme von Juliane Schaper besonders zur Geltung kam. Diese wurde wirkungsvoll und stilsicher unterstützt von Katrin Zurborg an der Gitarre, der Eschbornerin Nina Hacker am Kontrabass und Uta Wagner am Schlagzeug. Nach einer knappen Stunde Intro war der Tisch gedeckt für eine bemerkenswerte Session.

Den Anfang machten mit Klavier und Gesang Heiner Geerlings und Claudia Kalapos (All of me, Something stupid), unterstützt von Gitarre, Drum und Bass. Beide Musiker kommen aus Bad Vilbel und gaben dem Eschborn K schon zum zweiten Mal die Ehre. Es folgten Standards aus dem Real Book; mit von der Partie waren am Euphonium Martin Schülli  (Friedberg), an der Trompete Oliver Stuckard (Darmstadt), Gitarre Thomas Hebert (Königstein) und Hennes Peter (Steinbach), am Cajon eine Musikerin aus Egelsbach, Saxophon Sigrun Mohrbacher (Glashütten), Drums Jörg Kiessling (Roßbach) und am Bass Meike Hedwig (Bad Homburg). Bei einzelnen Stücken standen neun Musiker auf der Bühne und alle lieferten erstklassige Beweise ihres Könnens. Das Eschborn K ist als Session-Bühne im Rhein-Main-Gebiet gut angekommen, was nicht zuletzt der große Besucherandrang bestätigte: es war so voll wie noch nie.

Die Erwartungen für die nächste Veranstaltung am 29. März 2015 sind hoch; es spielt Quase Brasil und hoffentlich wieder eine Vielzahl von Session-Musikern.

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