Saturday’s Playground am 20. Okt. 2018: IDIOMA

Ein wunderbarer Spielplatz wurde mit einem langen Festkonzert am Samstag, 20. Oktober 2018 im Eschborn K eröffnet, ganz ohne Spatenstich, aber mit guter Musik! Und ein international gemischtes Publikum hatte sich erwartungsfroh zur Premiere von Saturday’s Playground eingefunden. Seine Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Denn die Vielfalt der Zuhörer fand ihre Entsprechung in der Vielfalt der musikalischen Akteure und ihrer Darbietungen. Die Anlage zu dieser Vielfalt liegt sicherlich auch im Konzept eines solchen Abends angelegt, der hier seine Feuertaufe bestehen sollte: eine Rhythmusgruppe – hier die Band Idioma aus Mainz – eröffnet und beschließt den Abend mit je einem eigenen Stück. Und zwischen diesen beiden Stücken lädt die Band sich musikalische Gäste auf die Bühne, um mit ihnen jeweils zwei oder drei Stücke zu musizieren. Diese Stücke werden im Vorfeld am Nachmittag in einer Anspielprobe nur kurz unter den Musikern kommuniziert, sodass abends bei der Aufführung dann ein wenig von der Spontaneität und Frische einer Jamsession mitschwingen kann.

Friedrich Wächtershäuser und Moritz Regentag an den Gitarren, Ulrike Schwarz am Altsaxophon und Oliver Stuckard an Trompete und Flügelhorn, sowie Alexandra Pugh und Heiner Geerlings an den ihn eigenen Stimmbändern waren diese Gäste. Und sie brachten in Summe Stücke mit, die einen veritablen Ausschnitt stilistischer Bandbreite des Jazz repräsentierten: klassische Swingnummern und anspruchsvolle Jazzstandards bildeten die Grundlage des ersten Programmteils, wonach die Musik sich im zweiten Programmteil dann bis hin zu experimentellen Klängen und Crossoverstücken entwickelte. Insgesamt vier dieser Stücke waren – neben weiteren Eigenkompositionen – Uraufführungen von Ulrike Schwarz, Friedrich Wächtershäuser und Moritz Regentag.

Pit Marquardt am Schlagzeug, Bastian Weinig am Bass und Lukas Moriz am Piano waren die sprichwörtlich unermüdlichen musikalischen Gastgeber, denen der sechsstündige Musikmarathon aus Anspielprobe und Konzert nie anzumerken war und die ihr musikalisches Können sowohl in der Begleitung ihrer Gäste als auch bei ihren eigenen Stücken eindrucksvoll präsentiert haben.

Das geduldige Publikum dankte es allen mit viel Applaus und begeisterten Rückmeldungen an die Musiker und den Spiritus Rector, Hennes Peter, im Anschluss an das Konzert. Es war ein Abend, dem hoffentlich weitere folgen werden, so die Hoffnung aller Beteiligten.

Heiner Geerlings

Die Bilder sind – wie fast immer – von Harald Stuckmann, der sehr gerne Jazz, aber durchaus auch anderes fotografiert. Siehe: www.harald-stuckmann.de