Steffen Weber plays Lennie Tristano

Mit Lennie Tristano stand nach Wes Montgomery ein weiterer Komponist im Mittelpunkt unseres Openers für die Jamsession.

Die komplexen Kompositionen Tristanos ließen einen anstrengenden Abend befürchten, aber: Nada! Nichts davon war zu spüren dank Steffen Weber, der auch als Arrangeur seine Hände an die Stücke gelegt hatte und jetzt mit seinem Quartett diese Bearbeitungen in grandioser Leichtigkeit vorträgt. Die unisono von Gitarre (Bastian Ruppert) und Saxophon gespielten langen Melodien und Sololinien (alle Noten transkribiert) fließen sprudelnd und luftig in die Ohren der konzentrierten Zuhörer im Eschborn K.

Es ist immer wieder bemerkenswert, mit welch andachtsvoller Stille die Gäste im K gerade bei den leisen Passagen ihre Referenz gegenüber den Künstlern erweisen. Solche Atmosphäre macht Musik zu einem Hochgenuss. Während der Balladen konnte man Schneeflocken fallen hören, so zarte und feine Töne kamen von der Bühne.

Die besonders filigrane Arbeit der Rhythmusgruppe mit Arne Huber am Bass und Holger Nesweda am Schlagzeug lieferte dazu ein solides Fundament. Diese beiden waren es auch, welche die sich anschließende Jamsession begleiteten. Hier kamen alle angereisten Gastsolisten und das Publikum wieder voll auf ihre Kosten. Der Opener beflügelt die Sessionmusiker ja stets, ihr Bestes zu geben – sehr zum Wohlgefallen aller Gäste. Am Ende stieg auch Steffen Weber noch in die Session ein, es wurde eine große Familienfeier.

Nach fast drei Jahren Jamsession ist festzustellen, dass unsere musikalischen Gäste an Können zugelegt haben und sich ein familiärer Umgang eingestellt hat. Die im Vorfeld versandte Setliste hat ihre Bewährungsprobe auch bestanden. Das werden wir fortsetzen.